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Warum Öl- und Gasplattformen explosionsgeschützte USVs benötigen

TIPPS: Offshore-Öl- und Gasplattformen werden in gefährlichen Umgebungen betrieben, in denen explosionsfähige Atmosphären eine ständige Gefahr darstellen. Eine industrielle unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) muss über eine ATEX- und IECEx-Zertifizierung für die Zonen 1 und 2 verfügen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Diese explosionsgeschützten USV-Systeme schützen kritische Anlagen wie Notabschaltsysteme und Brandmeldeanlagen bei Stromausfällen. Das Verständnis der Klassifizierung von Gefahrenbereichen hilft Anlagenmanagern bei der Auswahl geeigneter unterbrechungsfreier Stromversorgungssysteme, die den strengen Vorschriften der Öl- und Gasindustrie entsprechen.

transformatorbasierte USV-Anlagen

Ⅰ. Einleitung

Öl- und Gasplattformen sind in einigen der anspruchsvollsten Umgebungen der Welt im Einsatz. Abgelegene Standorte auf hoher See, korrosive Salzwind, extreme Temperaturen und ständige Vibrationen stellen jede einzelne Ausrüstung auf eine harte Probe. Vor allem aber werden in diesen Anlagen brennbare Gase und Dämpfe gehandhabt, die Explosionsgefahren bergen.

Eine industrielle unterbrechungsfreie Stromversorgung muss an diesen Standorten mehr leisten, als nur Reservestrom. Es muss in explosionsgefährdeten Bereichen sicher funktionieren, ohne selbst zur Zündquelle zu werden. Norm UPS Diese Systeme können diese Anforderungen nicht erfüllen. Explosionsgeschützte USV-Anlagen mit ATEX- und IECEx-Zertifizierung sind unerlässlich.

In diesem Artikel wird untersucht, warum USV-Anlagen für die Öl- und Gasindustrie einen speziellen Explosionsschutz erfordern. Wir befassen uns mit der Einstufung von Gefahrenbereichen, Zertifizierungsnormen und kritischen Anwendungsbereichen. Das Verständnis dieser Anforderungen gewährleistet einen sicheren und vorschriftsmäßigen Stromschutz für Offshore-Plattformen, Raffinerien und Bohranlagen.

Kritische Anforderungen an die USV-Last

Abbildung 1: Kritische Anforderungen an die USV-Last und die Notstromdauer bei verschiedenen Anwendungen in der Öl- und Gasindustrie. Förderplattformen benötigen eine 24-Stunden-Notstromversorgung für ihre Sicherheitssysteme.

Ⅱ. Einstufung von Gefahrenbereichen

1. ATEX-Zonen verstehen

Die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU legt die Anforderungen an Geräte für explosionsgefährdete Bereiche fest. Die Richtlinie unterteilt explosionsgefährdete Bereiche je nach Wahrscheinlichkeit eines Explosionsrisikos in Zonen.

Zone 0 bezeichnet Bereiche, in denen explosionsfähige Gasgemische ständig oder über längere Zeiträume hinweg vorhanden sind. Dazu gehören beispielsweise das Innere von Prozessbehältern und Lagertanks. Hier sind ausschließlich eigensichere Geräte (Ex ia) zulässig.

Zone 1 umfasst Bereiche, in denen während des normalen Betriebs explosionsfähige Gemische auftreten können. Dazu gehören die Umgebung von Prozessanlagen, Probenahmestellen und Wartungsbereiche. USV-Anlagen für Zone 1 müssen über einen druckfeste (Ex d) oder erhöhten Sicherheitsschutz (Ex e) verfügen.

Zone 2 Dazu gehören Bereiche, in denen explosive Gemische im Normalbetrieb unwahrscheinlich sind und, falls sie auftreten, nur kurzzeitig bestehen. Diese Bereiche umgeben Standorte der Zone 1 und umfassen Lüftungsauslässe. Hier können USVs mit der Zündschutzart Ex n oder Ex p betrieben werden.

Die meisten industriellen unterbrechungsfreien Stromversorgungsanlagen für die Öl- und Gasindustrie fallen in die Kategorien Zone 1 oder Zone 2. Die Einstufung als Zone 1 bietet einen höheren Schutz und größere Flexibilität beim Einsatz.

2. Globale IECEx-Zertifizierung

Während ATEX für die europäischen Märkte gilt, sorgt IECEx für internationale Anerkennung. Das IECEx-Zertifizierungsprogramm für Geräte basiert auf den IEC-Normen (IEC-Reihe 60079). Eine Zertifizierung in einem Mitgliedsland wird auch in anderen Ländern anerkannt.

IECEx verwendet dieselben Zonenklassifizierungen wie ATEX, ergänzt diese jedoch um die Geräteschutzstufen (EPL). Diese geben die Zuverlässigkeit der Geräte an:

  • EPL Ga: Geeignet für Zone 0 (sehr hohe Schutzstufe)
  • EPL Gb: Geeignet für Zone 1 (hohe Schutzstufe)
  • EPL Gc: Geeignet für Zone 2 (allgemeines Schutzniveau)

Für USV-Anwendungen in der Öl- und Gasindustrie ist in der Regel EPL Gb vorgeschrieben. Dadurch wird sichergestellt, dass die Geräte auch bei Fehlfunktionen keine explosionsfähigen Atmosphären entzünden.

3. Gasgruppen und Temperaturklassen

Der Explosionsschutz muss auf die jeweils vorhandenen Gase abgestimmt sein. In den Normen werden Gasgruppen definiert:

  • Gruppe IIA: Propan und ähnliche Gase (am wenigsten gefährlich)
  • Gruppe IIB: Ethylen und ähnliche Gase
  • Gruppe IIC: Wasserstoff und Acetylen (am gefährlichsten)

Bei den meisten Verfahren zur Kohlenwasserstoffverarbeitung kommen Zertifizierungen der Gruppe IIB oder IIB+H₂ zum Einsatz. Bei Vorhandensein von Wasserstoff ist die Gruppe IIC erforderlich.

Die Temperaturklassen geben die maximalen Oberflächentemperaturen an:

  • T1: maximal 450 °C
  • T2: maximal 300 °C
  • T3: maximal 200 °C
  • T4: maximal 135 °C
  • T5: maximal 100 °C
  • T6: maximal 85 °C

USV-Anlagen erfordern im Öl- und Gassektor in der Regel die Klassifizierung T3 oder T4. T6 wird selten benötigt, bietet jedoch eine zusätzliche Sicherheitsreserve für Gase mit niedriger Zündtemperatur.

ATEX/IECEx-Zonen für explosionsgefährdete Bereiche

Abbildung 2: ATEX/IECEx-Gefahrenbereiche und Zertifizierungsanforderungen für industrielle USV-Anlagen in Öl- und Gasanlagen.

III. Technische Anforderungen an explosionsgeschützte USV-Anlagen

1. Schutzarten (Ex d, Ex e, Ex p)

Je nach Anwendungsbereich eignen sich unterschiedliche Explosionsschutztechniken. Das Verständnis dieser Methoden hilft bei der Auswahl geeigneter USV-Anlagen.

Explosionsgeschütztes Gehäuse (Ex d): Das USV-Gehäuse dämmt etwaige interne Explosionen ein. Dicke Wände und dichte Fugen verhindern die Ausbreitung von Flammen in die Außenatmosphäre. Dies ist die gängigste Schutzmaßnahme für USV-Anlagen der Zone 1. Die Geräte arbeiten bei Nennleistung unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften.

Erhöhte Sicherheit (Ex e): Verbesserte Konstruktionsmerkmale verhindern Lichtbögen, Funkenbildung und übermäßige Temperaturen im Normalbetrieb. Ex-e-USVs müssen zudem für Fehlerzustände zertifiziert sein. Diese Methode eignet sich für Anwendungen mit geringer Leistung und an den Grenzen der Zonen 1 und 2.

Druckbeaufschlagung (Ex p): Saubere Luft oder Inertgas sorgt für einen Überdruck im Inneren des USV-Gehäuses. Durch den nach außen gerichteten Luftstrom wird das Eindringen von Gas verhindert. Dies ermöglicht den Einsatz von Standard-USVs im Inneren, erfordert jedoch komplexe Unterstützungssysteme. Die Ex-p-Ausführung eignet sich für hohe Nennleistungen, bei denen eine druckfeste Bauweise nicht praktikabel ist.

Bei industriellen unterbrechungsfreien Stromversorgungen in der Öl- und Gasindustrie dominiert die Ex-d-Ausführung (druckfeste Kapselung) den Markt. Sie bietet robusten Schutz, ohne dass externe Unterstützungssysteme erforderlich sind.

2. Umweltfestigkeit

Offshore-Plattformen bergen nicht nur Explosionsrisiken, sondern auch ökologische Herausforderungen. USV-Anlagen erfordern daher besondere Konstruktionsmerkmale.

Korrosionsbeständigkeit: Salzhaltige Luft greift herkömmliche Elektronik an. Explosionsgeschützte USV-Anlagen verfügen über Gehäuse aus Edelstahl (Güteklasse 316) oder Aluminium mit Beschichtungen in Marinequalität. Die internen Komponenten sind durch eine Schutzbeschichtung geschützt.

Temperaturbereich: Auf Offshore-Plattformen herrschen Umgebungstemperaturen von -40 °C bis +55 °C. Der Betrieb in der Arktis erfordert Heizelemente. An Standorten in der Wüste ist eine verstärkte Kühlung erforderlich. Die USV muss unter diesen extremen Bedingungen ihre volle Funktionsfähigkeit aufrechterhalten.

Vibrationstoleranz: Bohrarbeiten verursachen ständige Vibrationen. USV-Anlagen müssen die Vibrationsnormen gemäß IEC 60068-2-6 erfüllen. Stoßdämpfer und eine robuste interne Konstruktion verhindern Schäden.

Schutz vor Feuchtigkeit: 100%-Feuchtigkeit tritt auf See häufig auf. Abgedichtete Gehäuse verhindern das Eindringen von Feuchtigkeit. Trockenmittel-Entlüftungsventile und abgedichtete Dichtungen sorgen für trockene Bedingungen im Inneren.

3. Hinweise zur Batterie

Batterien stellen in explosionsgefährdeten Bereichen besondere Herausforderungen dar. Blei-Säure-Batterien setzen beim Laden Wasserstoff frei – ein explosives Gas. Besondere Vorsichtsmaßnahmen sind zwingend erforderlich.

Trennung des Batteriefachs: Batterien werden in der Regel in separaten Ex-e-Gehäusen installiert, die von der USV-Elektronik getrennt sind. Dadurch werden Wasserstoffquellen von potenziellen Zündquellen isoliert. Lüftungssysteme sorgen dafür, dass sich angesammelte Gase abführen.

Batterietypen: Versiegelte Blei-Säure-Batterien (VRLA) verursachen im Vergleich zu offenen Batterien weniger Gasemissionen. Nickel-Cadmium-Batterien zeichnen sich durch eine bessere Temperaturtoleranz aus, sind jedoch kostspieliger. Lithium-Ionen-Systeme sind auf dem Vormarsch, erfordern jedoch eine sorgfältige Zertifizierung hinsichtlich des Wärmemanagements.

Temperaturkompensation: Das Laden der Batterie muss an die Umgebungstemperatur angepasst werden. In heißen Umgebungen verkürzt sich die Lebensdauer der Batterie bei Überladung. In kalten Umgebungen müssen die Ladeströme reduziert werden. Die USV-Steuerung muss eine automatische Kompensation gewährleisten.

Ⅳ. Kritische Anwendungen in der Öl- und Gasindustrie

1. Notabschaltsysteme (ESD)

Notabschaltsysteme stellen die kritischste Last einer USV dar. ESD-Systeme erkennen gefährliche Zustände und leiten die Abschaltung der Plattform ein. Ein Stromausfall könnte in kritischen Momenten die Einleitung von Notfallmaßnahmen verhindern.

Zu den ESD-Systemen gehören:

  • Absperrventile für Prozessanlagen
  • Bohrlochkopf-Absperrsysteme
  • Steuerung des Blowout-Preventers (BOP)
  • Brand- und Gasmeldeanlagen
  • Beschallungs- und Alarmanlagen

Diese Systeme erfordern eine USV-Notstromversorgung mit einer Laufzeit von 30 Minuten bis zu 24 Stunden, je nach Plattformtyp. Bohrinseln benötigen eine kürzere Laufzeit – hier steht die Notfall-Evakuierung im Vordergrund. Förderplattformen benötigen eine längere Notstromversorgung, um kontrollierte Abschaltsequenzen durchzuführen.

Die Anforderungen für die IESD-Zertifizierung sind streng. Die USV muss bei der Stromversorgung sicherheitsrelevanter Funktionen bestimmte Safety Integrity Level (SIL)-Stufen erfüllen. Einzelne Ausfallquellen dürfen die Notfallreaktionsfähigkeit nicht beeinträchtigen.

2. Brand- und Gasmeldeanlagen

Brand- und Gasmeldeanlagen schützen Personal und Sachwerte. Diese Systeme zur kontinuierlichen Überwachung dürfen keine Stromausfälle vertragen.

Detektionsgeräte: Rauchmelder, Wärmemelder und Sensoren für brennbare Gase benötigen eine kontinuierliche Stromversorgung. Signalverarbeitungseinheiten analysieren die Sensordaten und lösen Alarme aus. Eine USV-Notstromversorgung gewährleistet, dass die Erkennung auch bei Stromausfällen weiterläuft.

Alarmanlagen: Akustische Alarme, optische Signalanlagen und Lautsprecheranlagen warnen das Personal vor Gefahren. Diese Systeme müssen auch in Notfällen funktionieren, in denen die normale Stromversorgung ausfallen kann.

USV-Anlagen für Brand- und Gaswarnsysteme erfordern in der Regel eine 24-Stunden-Notstromversorgung. Dadurch wird sichergestellt, dass nächtliche Stromausfälle die Sicherheit nicht beeinträchtigen. Die Systeme müssen zudem extremen Ereignissen wie Explosionen oder Bränden standhalten, die die normale Stromverteilung beeinträchtigen könnten.

3. Prozesssteuerung und Messtechnik

Moderne Öl- und Gasplattformen sind in hohem Maße auf automatisierte Steuerungssysteme angewiesen. Verteilte Steuerungssysteme (DCS) steuern die Produktionsprozesse. Ein Kontrollverlust führt zu Produktionsunterbrechungen und Sicherheitsrisiken.

Komponenten des Steuerungssystems: Steuerungen, E/A-Module, Netzwerk-Switches und Bedienstationen benötigen eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Diese Systeme sind zwar nicht sicherheitskritisch wie ESD, gewährleisten jedoch einen stabilen Betrieb.

Besetzung: Durchflussmesser, Druckmessumformer, Füllstandssensoren und Analysegeräte liefern Prozessdaten. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung gewährleistet eine präzise Überwachung und Steuerung.

USV-Anlagen zur Prozesssteuerung bieten in der Regel eine Notstromversorgung von 30 Minuten bis zu 2 Stunden. Dies ermöglicht ein geordnetes Herunterfahren der Produktionsprozesse. Eine längere Notstromversorgung ist selten erforderlich, da das kontrollierte Herunterfahren innerhalb dieses Zeitraums abgeschlossen ist.

4. Navigation und Kommunikation

Offshore-Plattformen benötigen Navigationshilfen für den Schiffsverkehr. Die Landeanflugbeleuchtung für Hubschrauber dient als Orientierungshilfe bei medizinischen Notfalleinsätzen. Kommunikationssysteme gewährleisten den Kontakt zu den Betriebsstellen an Land und den Rettungsdiensten.

Navigationshilfen: Radar-Baken, Nebelhörner und Beleuchtungssysteme kennzeichnen die Standorte der Bahnsteige. Diese Systeme müssen ununterbrochen funktionieren, insbesondere bei Sturm, wenn Stromausfälle wahrscheinlich sind.

Beleuchtung des Hubschrauberlandeplatzes: Die Beleuchtung der Landezone, der Umzäunung und der Hindernisse dient der Orientierung der Hubschrauber. Eine USV-Notstromversorgung gewährleistet, dass medizinische Evakuierungen auch bei Stromausfällen durchgeführt werden können.

Funk- und Satellitenkommunikation: VHF-Funkgeräte dienen der Notfallkommunikation. Satellitenverbindungen gewährleisten die Übertragung von Betriebsdaten. Eine USV stellt sicher, dass diese Systeme auch in Krisensituationen verfügbar bleiben.

Navigations- und Kommunikations-USV bieten in der Regel eine Notstromversorgung von 4 bis 8 Stunden. Dies deckt typische Stromausfallzeiten ab und gewährleistet gleichzeitig die Aufrechterhaltung der Notfallfunktionen.

Ⅴ. Zertifizierung und Einhaltung von Normen

1. ATEX-Richtlinie 2014/34/EU

Europäische Öl- und Gasanlagen müssen die ATEX-Anforderungen erfüllen. Die Richtlinie regelt sowohl die Konstruktion der Anlagen als auch die Sicherheit am Arbeitsplatz.

Geräte müssen mit einer CE-Kennzeichnung mit der Bezeichnung „Ex“ versehen sein:

  • CE- und Ex-Zeichen auf dem Typenschild des Geräts
  • Kategorienummer (1 für Zone 0, 2 für Zone 1, 3 für Zone 2)
  • G für Gas (D für Staub)
  • Schutzstufe (Ga, Gb oder Gc)
  • Zertifikatsnummer der benannten Stelle

Für Produkte der Kategorien 1 und 2 ist eine Qualitätssicherungserklärung (QAN) erforderlich. Die Hersteller müssen zertifizierte Qualitätsmanagementsysteme unterhalten. Die Produktion erfolgt nach strengen Qualitätsprotokollen und wird durch unabhängige Audits überprüft.

Jedem USV-System muss eine Konformitätserklärung beiliegen. Dieses Dokument belegt, dass das Gerät alle wesentlichen Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen erfüllt.

2. Anforderungen des IECEx-Systems

IECEx gewährleistet die weltweite Anerkennung von Zertifizierungen. Das System umfasst:

IECEx-zertifizierte Geräte: Prüfungen durch IECEx-Zertifizierungsstellen (ExCBs) in den Mitgliedsländern. Die Zertifikate werden international anerkannt, wodurch doppelte Prüfungen vermieden werden.

IECEx-Qualitätsbewertungsbericht (QAR): Bestätigt, dass die Qualitätssicherungssysteme des Herstellers den IECEx-Anforderungen entsprechen. QAR-Audits überprüfen die fortlaufende Einhaltung dieser Anforderungen.

IECEx-Prüfberichte (ExTR): Ausführliche Testdokumentation zur Untermauerung der Zertifizierung. Diese Berichte liefern technische Nachweise für die Konformität.

Für Hersteller von USV-Anlagen eröffnet die IECEx-Zertifizierung den Zugang zu globalen Märkten. Ein einziges Zertifizierungsverfahren erfüllt die Anforderungen in Australien, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten und vielen anderen Öl- und Gasförderregionen.

3. Regionale Standards

In verschiedenen Regionen gelten über die ATEX/IECEx-Vorschriften hinausgehende zusätzliche Anforderungen:

Vereinigte Staaten (UL/NEC): Die Klassifizierungen der Klasse I, Division 1 und 2 entsprechen den Zonen 0/1 und 2. Es gelten die Normen UL 1203 und UL 1012. Die Bereichsklassifizierung richtet sich nach Artikel 500 des National Electrical Code (NEC).

Kanada (CSA): Ähnlich wie die US-amerikanischen Anforderungen bei der CSA-Zertifizierung. Der Canadian Electrical Code, Teil I, regelt die Installation.

Brasilien (INMETRO): Erfordert zusätzlich zur IECEx-Zertifizierung eine nationale Zertifizierung. Die Verordnung 179/2010 legt die Anforderungen fest.

Russland (GOST-R und TR CU): Es gelten die technischen Vorschriften der Zollunion. Die EAC-Kennzeichnung ist vorgeschrieben.

Naher Osten (SASO, GOST): Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Golfstaaten erkennen IECEx an, verlangen jedoch unter Umständen eine zusätzliche lokale Zertifizierung.

Für eine erfolgreiche UPS-Implementierung ist es erforderlich, alle geltenden Normen zu kennen. Strategien zur Mehrfachzertifizierung tragen den unterschiedlichen Marktanforderungen Rechnung.

USV-Anwendungen in der Öl- und Gasindustrie

Abbildung 3: Vergleich der Explosionsschutzverfahren und MTBF-Anforderungen für kritische USV-Anwendungen in der Öl- und Gasindustrie. Die Ex d-Ausführung (druckfeste Kapselung) bietet die höchste Eignung für Zone 1.

Ⅵ. Überlegungen zum Systemdesign

1. Strategien zur Redundanz

Bei kritischen Öl- und Gasanwendungen dürfen Ausfälle der USV nicht vorkommen. Redundanzstrategien gewährleisten einen kontinuierlichen Schutz.

N+1-Redundanz: Eine Reserve-USV versorgt mehrere kritische Verbraucher. Fällt ein Gerät aus, übernimmt die Reserve die Last. So lassen sich Kosten und Zuverlässigkeit in Einklang bringen.

2N-Redundanz: Vollständige Redundanz der USV-Anlagen. Jede kritische Last verfügt über zwei unabhängige Stromquellen. Automatische Umschalter wählen die aktive Stromversorgung aus.

Parallele Redundanz: Mehrere USV-Anlagen arbeiten parallel und teilen sich die Last. Fällt eine aus, übernehmen die übrigen Anlagen die Last ohne Unterbrechung.

Bei ESD- sowie Brand- und Gaswarnsystemen ist eine 2N-Redundanz oft vorgeschrieben. In Prozessleitsystemen kann eine N+1-Redundanz zum Einsatz kommen. Navigationssysteme kommen in der Regel mit einer einzelnen USV mit Batterie-Backup aus.

2. Dauer der Notstromversorgung

Die Größe des Akkus bestimmt die Dauer der Notstromversorgung. Die Anforderungen variieren je nach Anwendung und Plattformtyp.

Berechnungsfaktoren:

  • Leistungsaufnahme (kW)
  • Erforderlich Sicherungszeit (Stunden)
  • Entladungsendspannung
  • Altersfaktor der Batterie (typischerweise 0,8)
  • Temperatur-Derating-Faktor

Batterieräume erfordern eine Belüftung und Temperaturregelung. Wasserstoffdetektionssysteme überwachen die Gasansammlung. Der Wartungszugang muss einen sicheren Batteriewechsel ermöglichen, ohne dass gefährliche Bereiche betreten werden müssen.

3. Überwachung und Fernverwaltung

Moderne USV-Systeme bieten umfangreiche Überwachungsfunktionen. Die Fernverwaltung ist für unbemannte Plattformen unverzichtbar.

Kritische Parameter:

  • Eingangs-/Ausgangsspannung und -strom
  • Batteriespannung und Ladezustand
  • Temperaturmesswerte (Umgebungs- und Innentemperatur)
  • Lüfterstatus und Betrieb des Kühlsystems
  • Alarmzustände und Fehlercodes

Die Protokolle Modbus, OPC-DA oder OPC-UA dienen als Schnittstelle zu Plattformsteuerungssystemen. Die Integration in ein SCADA-System ermöglicht eine zentralisierte Überwachung. Dank der Ferndiagnose lassen sich Wartungseinsätze in Gefahrenbereichen reduzieren.

Ⅶ. Schlussfolgerung

Öl- und Gasplattformen erfordern spezielle industrielle unterbrechungsfreie Stromversorgungssysteme. Aufgrund der Explosionsgefahr sind ATEX- und IECEx-zertifizierte Geräte erforderlich, die für Standorte der Zonen 1 und 2 ausgelegt sind. Herkömmliche USV-Systeme können diese strengen Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen.

Die entscheidende Bedeutung von ESD-Systemen, Brandmeldeanlagen und Prozesssteuerungen führt dazu, dass zuverlässige USV unverzichtbar. Stromausfälle in Notfällen könnten Sicherheitssysteme gerade dann außer Betrieb setzen, wenn sie am dringendsten benötigt werden. Explosionsgeschützte USV-Anlagen bieten Schutz sowohl vor Stromausfällen als auch vor Zündgefahren.

Eine erfolgreiche Umsetzung setzt Kenntnisse über die Einstufung von explosionsgefährdeten Bereichen, Schutzmaßnahmen und Anwendungsanforderungen voraus. Die Ex-d-Druckfeste Ausführung dominiert den Markt aufgrund ihres robusten Schutzes und ihrer relativen Einfachheit. Batteriesysteme erfordern aufgrund der Wasserstoffentwicklung während des Ladevorgangs besondere Aufmerksamkeit.

Da Öl- und Gasförderungen zunehmend in raueren Umgebungen stattfinden – in tieferen Gewässern, in arktischen Regionen und bei höheren Temperaturen –, werden die Anforderungen an USV-Anlagen steigen. Die Zertifizierungsstandards werden weiterentwickelt, um diesen neuen Herausforderungen gerecht zu werden. Nur spezielle explosionsgeschützte USV-Anlagen können diese steigenden Anforderungen erfüllen.

Referenzen

  1. Internationale Elektrotechnische Kommission (IEC)Offizielle Website: www.iec.ch
  2. Underwriters Laboratories (UL)Offizielle Website: www.ul.com
  3. Europäisches Komitee für Normung (CEN)Offizielle Website: www.cen.eu
  4. Standardization Administration of China (SAC)Offizielle Website: www.sac.gov.cn
  5. Zhongguancun Energy Storage Industry Technology Alliance (CNESA)Offizielle Website: www.cnESA.org
  6. Internationale Organisation für Normung (ISO)Offizielle Website: www.iso.org